DICHTUNGEN

Was Sie wissen müssen.

TEIL 3

Dichtungen prüfen beim Auswintern?

So erkennst du Schäden an Dichtungen im Camper frühzeitig

Der Moment, in dem der Camper nach der Winterpause wieder zum Leben erwacht, ist für viele ein kleines Ritual. Klappen öffnen, Fenster auf, frische Luft hineinlassen. Doch bevor die erste Reise beginnt, lohnt sich ein genauer Blick auf ein oft unterschätztes Thema: Dichtungen prüfen beim Auswintern. Gerade nach Monaten der Standzeit zeigen sich hier erste Schwachstellen – leise, aber mit großer Wirkung.

Eine gründliche Dichtungsprüfung am Wohnmobil oder Dichtungsprüfung am Wohnwagen hilft dabei, Undichtigkeiten, Feuchtigkeitsschäden und im schlimmsten Fall einen Wasserschaden am Camper frühzeitig zu erkennen. Das spart Zeit, Geld und Nerven – und sorgt für einen entspannten Saisonstart.

 

Erklärung

Beim Auswintern ist der richtige Zeitpunkt, alle Dichtungen im Camper systematisch zu kontrollieren. Nach Kälte, Frost und Feuchtigkeit haben Gummiprofile und Dichtfugen einiges hinter sich. Wichtig ist dabei ein ruhiges, strukturiertes Vorgehen.

 

Sichtprüfung der Dichtungen

Der erste Schritt ist die visuelle Kontrolle. Türdichtungen, Fensterdichtungen, Klappendichtungen und Dachluken-Dichtungen sollten rundum betrachtet werden. Typische Warnzeichen sind Risse, Quetschstellen, Verfärbungen oder Stellen, an denen sich die Gummidichtung vom Rahmen gelöst hat.

Besonders aufmerksam sollte man an sonnenseitigen Flächen sein. UV-Strahlung lässt Gummi schneller altern. Graue oder stumpfe Oberflächen können ein Hinweis darauf sein, dass die Dichtung am Wohnmobil ihre Elastizität verliert.

 

Fühltest: Elastizität prüfen

Neben dem Blick zählt auch das Gefühl. Eine intakte Gummidichtung lässt sich leicht eindrücken und springt wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Fühlt sie sich hart oder brüchig an, ist Vorsicht geboten. Solche spröden Dichtungen dichten oft nicht mehr zuverlässig ab.

Der Fühltest eignet sich besonders gut für Türdichtungen am Camper, da sie stark beansprucht werden und häufig zuerst altern.

 

Sitz und Anpressdruck kontrollieren

Beim Dichtungen prüfen sollte auch der korrekte Sitz kontrolliert werden. Viele Dichtungen im Wohnmobil sind nur gesteckt oder geklemmt. Haben sie sich gelöst, entstehen kleine Spalten.

Ein weiterer Punkt ist der Anpressdruck: Schließen Türen, Fenster und Klappen gleichmäßig? Oder wirkt eine Seite stärker belastet als die andere? Ungleichmäßiger Druck kann Dichtungen quetschen oder Lücken entstehen lassen.

 

Feuchtigkeit und Undichtigkeiten erkennen

Nicht jede Undichtigkeit ist sofort sichtbar. Hinweise liefern Wasserflecken, Verfärbungen, weiche Stellen an Wänden oder Böden sowie ein muffiger Geruch. Besonders kritisch sind Ecken von Fenstern, Übergänge zum Boden und Bereiche unter Dachhauben.

Wer ein Feuchtemessgerät besitzt, kann gezielt messen. Erhöhte Werte deuten auf Feuchtigkeit im Wohnmobil hin und sollten ernst genommen werden.

 

Dichtungsfugen nicht vergessen

Neben Gummidichtungen verdienen auch Dichtungsfugen Aufmerksamkeit. Risse, Ablösungen oder sichtbare Spalten an Fenstern, Dachkanten oder Durchführungen können Einfallstore für Wasser sein. Diese Stellen werden bei professionellen Dichtigkeitsprüfungen besonders genau untersucht.

 

Anwendungsbeispiele im Campingalltag

Beim Öffnen der Aufbautür klebt die Türdichtung leicht am Rahmen – ein Zeichen für Schmutz oder beginnende Materialveränderung.
Nach dem ersten Regenschauer zeigen sich feuchte Stellen an der Fensterecke – hier könnte eine Fensterdichtung oder eine Dichtungsfuge betroffen sein.
Und wenn die Schiebetür im Kastenwagen schwer schließt, lohnt sich ein genauer Blick auf die umlaufende Gummidichtung.

Solche Beobachtungen liefern wertvolle Hinweise, noch bevor größere Schäden entstehen.

 

Vorschriften und Sicherheitshinweise

Viele Hersteller empfehlen, im Rahmen der Wartung regelmäßig eine Dichtungsprüfung durchzuführen. Bei neuen Fahrzeugen ist eine dokumentierte Dichtigkeitsprüfung oft Voraussetzung für Garantieansprüche.

Wer unsicher ist oder Auffälligkeiten entdeckt, sollte nicht zögern, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Feuchtigkeitsschäden am Camper lassen sich umso besser beheben, je früher sie erkannt werden.

Hinweis: Keine Rechtsberatung; regionale Unterschiede möglich.

 

Stichpunkt-Zusammenfassung

  • Dichtungen prüfen beim Auswintern ist besonders wichtig

  • Sichtprüfung deckt Risse, Verfärbungen und gelöste Dichtungen auf

  • Der Fühltest zeigt, ob Gummidichtungen noch elastisch sind

  • Ungleichmäßiger Anpressdruck kann Undichtigkeiten verursachen

  • Feuchtigkeit im Wohnmobil frühzeitig erkennen spart Reparaturkosten

  • Dichtungsfugen nicht übersehen

FAZIT

Eine sorgfältige Dichtungsprüfung am Camper gehört zu den wichtigsten Schritten beim Auswintern. Sie erfordert kein Spezialwissen, nur etwas Zeit und Aufmerksamkeit.

Wer regelmäßig prüft, erkennt Probleme früh und kann gezielt handeln. Das sorgt nicht nur für ein trockenes Fahrzeug, sondern auch für ein gutes Gefühl beim Start in die neue Campingsaison.

MICHI

Technik-Profi


FAQ

Woran erkenne ich, ob eine Dichtung im Camper defekt ist?

+
An Rissen, sprödem Material, schlechter Rückstellung oder sichtbaren Feuchtigkeitsspuren im Innenraum.

Wie oft sollte ich Dichtungen prüfen?

+
Mindestens einmal pro Jahr, idealerweise beim Auswintern und vor dem Einwintern.

Sind kleine Risse in Gummidichtungen problematisch?

+
Ja. Auch kleine Schäden können dazu führen, dass Wasser eindringt und langfristig Schäden verursacht.

Muss ich für die Dichtungsprüfung in die Werkstatt?

+
Eine Sicht- und Fühlprüfung ist selbst möglich. Bei Verdacht auf Undichtigkeiten ist fachliche Unterstützung sinnvoll.

Welche Stellen sind besonders kritisch?

+
Fensterecken, Dachhauben, Türrahmen und Übergänge zwischen Aufbau und Dach.

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