Gas

8 Dinge, die man über Gas wissen sollte Jeder von uns Campern hat auf seiner Reise Gas mit an Bord. Sei es zum Heizen des Wohnraums, zum Erwärmen von Wasser, zum Kochen oder zum autarken Betrieb des Kühlschranks. Doch was wissen Sie wirklich über Gas. Was ist Gas? Worauf muss man achten? Ist es gefährlich?

1. Woraus besteht das Gas in der Flasche?

Flüssiggas, technisch LPG (Liquified Petroleum Gas) genannt, ist ein Gemisch aus leichten Kohlenwasser stoffen. Hauptbestandteil ist Propan mit einem geringen Anteil an Butan. Das Mischungsverhältnis kann in jedem Land und je nach Jahreszeit variieren. Besonders im Winter ist ein hoher Propananteil notwendig, denn es verdampft erst bei -42 °C, während Butan bereits bei -0,5 °C verdampft. LPG ist gasförmig, lässt sich jedoch bereits unter geringem Druck (ca. 8 bar) verflüssigen. Dadurch verringert sich das Volumen auf etwa ein 260stel. So passen etwa 6000 dm³ Gas in eine 22 Liter fassende 11 Kilo Flasche.

2. Wie effektiv ist das Gas aus der Flasche?

Jedes Kilogramm Propangas liefert bei sauberer Verbrennung in etwa die gleiche Energiemenge wie 1,3 Liter Heizöl, 1,6 Kilogramm Kohle oder 13 Kilowattstunden Strom.

3. Wie sicher sind Gasflaschen?

Bei sachgemäßen Umgang und Transport stellen Gasflaschen an Bord kein Risiko dar. Sie müssen fest und unverrückbar durch Halterungen im Fahrzeug befestigt und gegen Verdrehen gesichert sein. Selbst bei Unfällen oder Feuer kann eine Gasflasche nicht explodieren, denn eine Schmelzsicherung öffnet rechtzeitig, und das Gas kann ausströmen und kontrolliert abbrennen.

4. Weshalb ist ein Flaschenkasten nötig?

Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich bei Leckagen immer am Boden an. Die Flaschenkästen oder -schränke müssen daher eine unverschließbare Öffnung von mindestens 100 cm² freiem Querschnitt haben, die zur Außenluft führt. In Flaschenkästen oder -schränken dürfen sich zudem keine elektrischen oder andere Zündquellen befinden. Sonst herrscht dort Explosionsgefahr!

5. Wie viel Gas strömt aus der Flasche?

Was kaum einer weiß: Die mögliche Gasentnahme ist abhängig von der Flaschengröße. Je größer die Flasche, desto höher ist die maximale Gasentnahme, genauer gesagt der Gasfluss, in Gramm pro Stunde (g/h). Kurzzeitig lässt sich aus einer 5 kg Flasche bis zu 1000 g/h Gas abzapfen, bei einer 11 kg Flasche sind es immerhin 1500 g/h. Bei dauerhafter Entnahme sinken die Mengen drastisch: Für die 5 kg Flasche liegen sie nur noch bei 200 g/h, bei einer 11 kg Flasche können höchstens 300 g/h abgezweigt werden. Wird beispielsweise bei der Heizung die volle Leistung abgerufen, kann das Wasserkochen etwas länger dauern, weil beiden Verbrauchern weniger Gas zugeteilt wird. Wer mehrere Gasgeräte mit hohem Verbrauch gleichzeitig betreiben möchte, sollte also besser gleich zur größeren 11 kg Flasche greifen. Oder er bedient sich beim Wintercamping einer 33 kg Flasche, die außerhalb des Fahrzeugs platziert wird.

6. Was passiert bei der Gasprüfung?

Alle zwei Jahre muss die Flüssiggasanlage von einem zertifizierten Sachverständigen begutachtet werden. Das gilt übrigens auch für Fahrzeuge, die vorübergehend nicht zugelassen sind. Bei der Gasprüfung werden Dichtheit und Funktion der Gasanlage gecheckt sowie das Alter der Geräte kontrolliert, etwa der Heizung, der Schläuche und der Regler. Für die Prüfung sollte eine nicht ganz leere Gasflasche angeschlossen sein und – falls vorhanden – Zündbatterien noch funktionieren. Die erfolgreiche Gasprüfung wird im gelben Bescheinigungsheft dokumentiert; dort steht auch, wann genau die nächste Prüfung fällig ist. Das Prüfungsjahr zeigt auch die Prüfplakette.

7. Was muss ich unterwegs beachten?

Flüssiggasgeräte dürfen beim Tanken, in Parkhäusern, Garagen oder auf Fähren nicht benutzt werden. Einerseits, weil sich Gas und auch die Verbrennungsabgase in geschlossenen Räumen gefährlich konzentrieren können. Andererseits, weil Gasgeräte immer mit offenen Flammen arbeiten. Das kann beim Tanken natürlich gefährlich werden. Hinzu kommt, dass die Flaschen während der Fahrt zugedreht sein müssen. Es sei denn, es ist ein Crash-Sensor vorhanden, der bei Unfällen verhindert, dass unkontrolliert Gas ausströmt.

8. Wie verhalte ich mich in Notfällen?

Wenn im oder am Fahrzeug Gasgeruch wahrgenommen wird, dann besteht kein Grund in Panik zu geraten. Gehen Sie mit kühlem Kopf vor, und löschen Sie alle offenen Flammen. Danach alle Geräte ausschalten, alle Gasflaschen zudrehen und öffnen Sie anschließend sämtliche Fenster und Türen, um ordentlich für Durchzug zu sorgen. Wichtig: Keine elektrischen Schalter betätigen. Möglichst umgehend die gesamte Anlage vom Fachmann überprüfen lassen.

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