ATMUNGSAKTIV

Camper 1x1

Atmungsaktiv

 

Atmungsaktive Materialien werden eingesetzt, wenn Feuchtigkeit von innen (zum Beispiel durch Schweiß oder warme Luft) nach außen abgeführt werden soll, ohne dass von außen Regen, Spritzwasser oder Wind eindringen. Ziel ist ein stabileres Mikroklima direkt am Körper oder innerhalb eines Ausrüstungsbereichs wie Zelt oder Schlafsack.

Technisch beruht Atmungsaktivität häufig auf mehrlagigen Aufbauten. Verbreitet sind Membranen oder Beschichtungen, die als Funktionsschicht in einem Textilverbund liegen. Bei vielen Systemen erfolgt der Transport über sehr kleine Strukturen: Flüssiges Wasser kann aufgrund seiner Tropfengröße und Oberflächenspannung nicht hindurch, Wasserdampf dagegen kann nach außen diffundieren. Entscheidend ist dabei nicht nur die Funktionsschicht selbst, sondern auch die Verarbeitung (z. B. Nähte, Laminierung) und die Außenlage.

Neben porenbasierten Systemen gibt es Materialien, die Feuchtigkeit über Diffusion in der Funktionsschicht transportieren. Dabei wird Wasserdampf aufgenommen und nach außen weitergegeben. Das funktioniert in der Regel kontinuierlich, hängt aber stärker von Umgebungsbedingungen ab.

In der Praxis wird die Atmungsaktivität von mehreren Faktoren beeinflusst: Temperaturunterschiede zwischen innen und außen, Luftfeuchtigkeit sowie Luftbewegung. Bei hoher Außenfeuchte oder anhaltender Nässe kann der Feuchtigkeitstransport langsamer werden. Ebenso kann die Funktion nachlassen, wenn die Außenoberfläche „zusetzt“: Schmutz, Hautfette, Öle oder ungeeignete Waschmittelreste können Strukturen beeinträchtigen. Deshalb spielt Pflege eine zentrale Rolle.

Auch Imprägnierung ist hier relevant: Sie macht ein Material nicht automatisch wasserdicht, kann aber dafür sorgen, dass die Außenlage weniger Wasser aufnimmt. Wenn die Außenlage stark durchnässt, sinkt die Luftzirkulation an der Oberfläche und der Abtransport von Wasserdampf wird häufig schlechter. Eine intakte Imprägnierung kann den Feuchtigkeitstransport daher indirekt unterstützen.

Insgesamt ist Atmungsaktivität eine Funktionseigenschaft, die vom Zusammenspiel aus Material, Aufbau, Verarbeitung und Pflege abhängt. Sie verbessert den Komfort vor allem bei Aktivität und wechselhaften Bedingungen, hat aber unter ungünstigen Klimabedingungen erkennbare Grenzen.

 

Anwendungsbeispiele im Camping

Atmungsaktive Regenjacken werden genutzt, wenn Bewegung und Wetterwechsel zusammenkommen, etwa beim Aufbau oder auf Touren. Bei Schlafsäcken kann ein atmungsaktiver Außenstoff helfen, Feuchtigkeit aus dem Inneren besser nach außen abzugeben, was das Schlafklima stabilisieren kann.

Im Zelt betrifft das vor allem das Innenzelt oder bestimmte Paneele: atmungsaktive Materialien können die Feuchteverteilung beeinflussen, ersetzen aber keine Belüftung. Bei Schuhen kann eine atmungsaktive Konstruktion das Feuchtigkeitsmanagement unterstützen, besonders bei längeren Strecken.

 

Vorschriften und Sicherheitshinweise

Für atmungsaktive Materialien existieren in der Regel keine speziellen Camping-Vorschriften. Wichtig sind jedoch grundlegende Hinweise zur Nutzung: Starke Hitze, Funkenflug oder direkte Nähe zu offenen Flammen können Funktionsschichten wie Membranen oder Beschichtungen beschädigen.

Bei der Pflege sollten Hinweise des Herstellers beachtet werden, da hohe Temperaturen, aggressive Waschmittel oder ungeeignete Zusatzstoffe die Funktion beeinträchtigen können. Beim Transport und bei der Lagerung sind mechanische Schäden (z. B. scharfe Kanten, starker Druck) zu vermeiden, da dünne Funktionslagen empfindlich sein können.

Hinweis: keine Rechtsberatung; regionale Unterschiede möglich.

FAZIT

 

Atmungsaktivität ist eine wichtige Eigenschaft vieler Outdoor-Textilien und wirkt sich auf das Feuchtigkeitsmanagement in Kleidung, Zelten und Schlafsäcken aus. Sie kann das Innenklima stabilisieren, wenn gleichzeitig Schutz vor Wind und Niederschlag benötigt wird. Grenzen zeigen sich vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit, Dauerregen oder unzureichender Pflege. Wer Funktion und Einschränkungen kennt, kann den Einsatz im Campingalltag besser einordnen.

 

MICHI

Technik-Profi


FAQ

Warum fühlt sich atmungsaktive Kleidung trockener an?

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Weil Wasserdampf eher nach außen abgegeben wird und weniger Feuchtigkeit auf der Haut bleibt.

Kann ein Stoff gleichzeitig atmungsaktiv und wasserdicht sein?

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Ja. Viele Konstruktionen kombinieren wasserdicht und atmungsaktiv, indem sie flüssiges Wasser blockieren und Wasserdampf diffundieren lassen.

Was bedeutet „Membran“ bei Outdoor-Bekleidung?

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Eine Membran ist eine dünne Funktionsschicht, die Wind und Wasser abhält und gleichzeitig den Transport von Wasserdampf ermöglicht.

Warum kondensiert trotzdem manchmal Feuchtigkeit im Zelt?

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Luftfeuchtigkeit, kalte Außenluft und zu wenig Belüftung begünstigen Kondenswasser auch bei geeigneten Materialien.

Wie erkenne ich, ob ein Stoff noch atmungsaktiv ist?

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Wenn sich das Material schneller klamm anfühlt oder Feuchtigkeit schlechter abtransportiert, kann die Atmungsaktivität durch Verschmutzung oder Abnutzung nachgelassen haben.

Kann man atmungsaktive Kleidung normal waschen?

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Meist ja, aber mit passender Pflege: milde Mittel und geeignete Temperaturen helfen, Membran oder Beschichtung zu schützen.

Warum wird Atmungsaktivität bei Hitze schlechter?

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Bei hoher Luftfeuchtigkeit und geringem Temperaturunterschied verlangsamt sich der Transport von Wasserdampf.

Sind natürliche Stoffe wie Baumwolle atmungsaktiv?

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Baumwolle ist oft luftdurchlässig, nimmt aber viel Feuchtigkeit auf und trocknet langsamer; dadurch kann sie schneller klamm wirken.

Helfen Imprägnierungen bei der Atmungsaktivität?

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Eine intakte Imprägnierung reduziert das Durchnässen der Außenlage; das kann den Abtransport von Wasserdampf indirekt unterstützen.

Warum ist Atmungsaktivität im Schlafsack wichtig?

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Sie kann helfen, dass Feuchtigkeit die Füllung weniger belastet und das Schlafklima gleichmäßiger bleibt.

Erstellt: 01.12.2025

Letzte Änderung: 30.12.2025